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Mobiles Kulturgut – Buch mit sieben Siegeln?

was versteht man eigentlich darunter...

Der Begriff „restauriert“ wird im Kfz-Handwerk, an den Stammtischen der Oldtimerszene, aber auch in Gutachten häufig verwendet. Dabei wird er jedoch oft sehr diffus benutzt, letztlich als Synonym für alles, was mit Reparatur und Erneuern an alten Fahrzeugen im Zusammenhang steht. Nur selten wird exakt unterschieden, ob die originale Substanz erhalten blieb und/oder ob die tatsächlich aus der Geschichte des Fahrzeugs stammenden handwerklichen Lösungen noch erkennbar sind. Es geht sogar so weit, dass Fahrzeuge, die unter ausschließlicher Verwendung von Neuteilen aufgebaut wurden, als „top restauriert“ bezeichnet werden. Auch der Begriff „Patina“ wird nicht selten dafür genutzt, Verschleiß oder selbst Defekte als eine positiv zu empfindende Tatsache darzustellen.

Eine solchermaßen verfremdende Nutzung von Begriffen gegenüber einem kulturhistorischen und wissenschaftlichen Sprachgebrauch führt letztlich zu einer Art Szenejargon, der einer klaren Verständigung eher im Wege steht als nützt und insbesondere auch missbräuchlicher Anpreisung Vorschub leisten kann. Und nicht zuletzt treffen bei Oldtimern kulturhistorisches, juristisches und technisches Verständnis aufeinander, sodass auch dadurch (vermeintliche) Mehrdeutigkeiten von Fachbegriffen entstehen können, die es aufzulösen gilt. Das kulturhistorische Verständnis steht hierbei stets im Vordergrund, denn die Eigenschaft als Kulturgut stellt den eigentlichen und öffentlichen Wert eines Oldtimers dar und grenzt ihn vom einfachen Gebrauchtwagen ab. Dieser Beitrag soll helfen, etwas Klarheit in das Begriffswirrwarr zu bringen.
 
Nun was versteht man eigentlich unter...

...Patina
Veränderungen, die sich als Folge des normalen Gebrauchs, der normalen Wartung, entsprechend der normalen Alterung der Materialien und als Spuren von normaler Pflege an und in den zum Fahrzeug gehörenden Materialien bilden, z. B.: Lackierungen beginnen matt zu werden, Farben kreiden aus, Polierspuren auf Lacken oder anderen Oberflächen, Verspröden und Bildung von Rissen bei Beschichtungen, Anlaufen von Metallen, Ausbleichen von Textilien, Gilben, normale Abnutzungsspuren durch Gebrauch, ohne dass die Verschleißgrenze schon erreicht ist.

… Restaurierung
Verloren gegangene Originalsubstanz lässt sich nur noch mehr oder weniger genau imitieren. Bei einer Restaurierung sollte darum nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich eingegriffen werden. Sie darf nicht das originale Design, die originalen technischen Parameter und die charakteristischen Fahreigenschaften eines historischen Fahrzeuges verändern.

Eine Restaurierung umfasst daher auch die Ergänzung von fehlenden Teilen oder Sektionen mit dem Ziel, einen früheren Zustand des Gesamtgegenstandes wieder ablesbar und „verständlich“ zu machen oder auch seine ursprüngliche Benutzbarkeit wiederherzustellen. Dabei sollen jedoch spekulative, nicht durch originale Befunde und klare Erkenntnisse abgesicherte Bearbeitungen oder Ergänzungen so weit wie irgend möglich vermieden werden.

Die Restaurierung wird insgesamt wesentlich weiter eingreifen als eine Konservierung. Dabei sollten sich restaurierte Bereiche harmonisch in den verbleibenden historischen Bestand einfügen, bei genauerer Untersuchung jedoch sicher von diesem unterscheiden.

Wenn ein Fahrzeug grundlegend restauriert werden muss, müssen in den meisten Fällen auch Reparaturen durchgeführt und neu angefertigte (rekonstruierte) Komponenten verwendet werden. Bereiche und Komponenten, die in dieser Art bearbeitet und ergänzt werden, sollten möglichst originalgetreu ausgeführt, angemessen dokumentiert und markiert werden.
 
… Renovierung
Renovierungen werden im Fahrzeugbereich umgangssprachlich häufig mit einer „besonders hochwertigen“ Restaurierung gleichgesetzt und missverständlich als „Komplett-Restaurierung“ oder „Restaurierung zum Concours-Zustand“ bezeichnet.

Renovierung meint jedoch die Überarbeitung eines historischen Fahrzeuges, bei der der seinerzeit fabrikneue Zustand übertroffen wird. Hierfür werden in vielen Fällen auch heutige Fertigungstechniken und moderne Materialien eingesetzt. Ziel einer solchen Bearbeitung ist es, alle Alterungs- und Gebrauchsspuren zu beseitigen. Auch Erscheinungen, die für die Herstellungszeit des Fahrzeugs typisch sind, im Vergleich zu heutigen Neuwagen jedoch als Unregelmäßigkeiten empfunden werden (z. B. unregelmäßige Spaltmaße), unterliegen der „Verbesserung“.

Weitere grundlegende Begriffsbestimmungen sowie ausführliche Erläuterungen zu rechtlichen Fragen, technischen Vorschriften, dem Lebenszyklus eines Fahrzeugs, dem Fahrzeugstatus sowie Zustands- und Beurteilungskriterien finden Sie in diesem Buch:

TÜV Rheinland-Handbuch Oldtimer – Zulassung. Kauf. Trends. Werterhaltung.
J. Brauckmann, S. Mißbach, N. Schroeder, U. Schütt – 1. Auflage 2016 – 280 Seiten, 17 x 24 cm, Hardcover – 34,50 € inkl. MwSt., zzgl. Versand – ISBN 978-3-7812-1943-4

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